Schönheitsoperation im Ausland

Es hört sich immer verlockend an – günstig und zugleich Urlaub machen. Nach dem  Corona-Zeitalter nimmt die Anzahl der Patienten, welche sich im Ausland operieren lassen, wieder zu. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (DGÄPC) hat eine Warnung ausgesprochen. Erfahren Sie die Gründe hierfür.

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OP ist Teil einer Therapie

Eine Operation besteht nicht nur aus dem Eingriff selbst – vielmehr ist eine ausführliche Beratung, genügend Bedenkzeit und der Heilungsprozess zu berücksichtigen.

Grundsätzliche Probleme bei einer Auslandsoperation

Neben den medizinischen Gründe gibt es weitere wichtige Punkte, welche bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.

Welche Gründe können gegen eine Auslands-OP sprechen?

Viele Menschen ziehen Schönheitsoperationen im Ausland in Betracht, weil sie häufig kostengünstiger als in Deutschland sind. Es gibt jedoch auch Risiken und Argumente, die gegen solche Eingriffe im Ausland sprechen:

  1. Qualifikation der Ärzte:
    Es ist wichtig, dass Ihr behandelnder Arzt über die Bezeichnung “Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie” verfügt. Im Ausland kann die Qualifikation der Ärzte variieren. Hier ist es ist nicht immer gewährleistet, dass sie denselben Standard wie in Deutschland haben. Dies betrifft nicht nur den Facharzt, sondern auch für das notwendige Personal (z. B. Krankenpfleger, Anästhesie, etc.).

  2. Kommunikation und Nachbetreuung:
    Die Verständigung mit Ärzten im Ausland kann herausfordernd sein, besonders bei Sprachhindernissen. Ebenso kann die Nachsorge nach einem chirurgischen Eingriff problematisch werden, wenn der behandelnde Arzt nicht persönlich verfügbar ist. Insbesondere die Nachbetreuung kann schwierig werden (z. B. bei Störungen der Wundheilung, etc.).

  3. Hygiene und Infektionsrisiko:
    Hygienestandards variieren international. Es ist möglich, dass manche ausländische Kliniken nicht den deutschen Standards genügen, was das Risiko für Infektionen und Komplikationen erhöhen kann.

  4. Reisekosten und Zeit:
    Ein chirurgischer Eingriff im Ausland bringt Reise-, Unterbringungs- und Zusatzkosten mit sich. Zudem ist es notwendig, Zeit für die Hin- und Rückreise sowie für die Erholungszeit einzuplanen. Auch die Reise selbst kann problematisch sein und zu einem erhöhten Komplikationsrisiko führen (z. B. durch den Druckunterschied im Flugzeug, etc.).

  5. Kostenübernahme durch die Krankenkasse:
    Sollte bei einem Eingriff etwas schiefgehen, könnten Sie gegebenenfalls die Kosten für notwendige Nachbehandlungen selbst übernehmen müssen. In der Regel decken Krankenkassen die Kosten für Schönheitsoperationen im Ausland nur selten ab (siehe Folgekosten).

  6. Zulassung Medikamente und Medizinprodukte:
    Im Ausland gelten abweichende Vorschriften und Zulassungsbedingungen.

  7. Gewährleistung:
    Leider kann es bei jeder Operation zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommen. Bei ästhetischen Operationen kann es auch vorkommen, dass Patienten mit dem erreichten Ergebnis nicht zufrieden sind. Ebenso kann ein Behandlungsfehler erfolgen. Häufig kann dies im direkten Gespräch mit dem Behandler gelöst werden. Dies ist bei großen Entfernungen oder Sprachbarrieren schwierig. Ebenso sollten Sie berücksichtigen, dass es im Streitfall unterschiedliche Rechtssystem gibt. Hier ist ein besonderes Risiko vorhanden, da Sie eventuell spezielle Rechtsanwälte oder Gutachter benötigen, welche in den jeweiligen Zielland auch zugelassen sind.


Es ist entscheidend, alle Aspekte gründlich zu bedenken und sich umfassend zu informieren, bevor man eine Entscheidung für eine Schönheitsoperation im Ausland trifft. Die eigene Gesundheit muss stets Vorrang haben.

Empfohlene Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Alle unsere Fachärzte für Plastische Chirurgie müssen unser Mindestanforderungsprofil erfüllen.

Alternativ kann sich auch ein Blick in die Mitgliederverzeichnisse der Fachverbände lohnen (zu den Fachverbänden):