Soziale Medien und Schönheitsoperationen

Instagram und Schönheitsoperation
Beeinflussen Instagram, Facebook, etc. Patienten?

Aktuelle Daten der Deutschen Gesell­schaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) zeigen, dass dieser Trend immer mehr zunimmt.


„Ein bisher nur subjektiv gefühlter Trend, wie der Selfie-Boom, lässt sich nun durch valide Zahlen unserer jährlichen DGÄPC-Umfrage untermauern“, betonte DGÄPC-Präsident Harald Kaisers.

Wie dich Instagram und Co. kaputt machen | WALULIS DAILY


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Beeinflussen soziale Medien wie Instagram, Facebook, etc. Patienten?

Sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Co. nehmen immer mehr Einfluss – insbesondere der Einsatz sogenannter Filter. Es werden immer mehr Fotos gepostet. Es wird ständig versucht, die Zielgruppe zu vergrößern, was auch dazu führt, dass auch jüngeres Publikum erreicht wird. Selfies und perfekte Bikinifotos suggerieren ein “perfektes Leben”.


Durch diese "Scheinwelt" denken User immer mehr darüber nach, wie sie sich besser in Szene setzen können - egal ob bewusst oder unbewusst. Die Bilder und Storys sollen passen! Ende 2019 kursierten auf Instagram auch einige Schönheits-OP Filter. Diese änderten die Gesichtsform so änderten, als hätte man eine Botox- oder Fillerbehandlung gehabt. Ebenso konnten Nasen, Kinnlinien und Wangenknochen angepasst oder eine Verschönerung des Hautbildes vorgenommen werden.


Instagram reagierte schnell darauf und verbot schließlich sämtliche Schönheits-OP Filter. Allerdings haben die sozialen Medien keinen Einfluss darauf, wenn Bilder vorab entsprechend bearbeitet werden (z. B. durch Photoshop).

Auch Ärzte bemerken diese Änderung

Wie aus einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie zu entnehmen ist, stellen auch Fachärzte immer mehr fest, dass immer mehr Patienten mit bearbeiteten Bildern mit einem gezielten Veränderungswunsch in die Praxis kommen (siehe https://www.dgaepc.de/motivier…u-schoenheitsoperationen/).

Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Sozialen Medien & Schönheits-OPs?

Bisher haben wir noch keine Studie finden können, welche diesen direkten Zusammenhang fest gestellt hat. Allerdings zeigen viele Studien, dass Personen, welche in den sozialen Medien aktiv sind, höhere Investitionen und mehr Energie in das eigene Aussehen stecken. Daher kann angenommen werden, dass zumindest indirekt dies auch zu einer höhreren Bereitschaft führt, eine entsprechende Korrektur vornehmen zu lassen.


Eine Studie des Aesthetic Surgery Journal stellte fest, dass die Nutzung von Smartphone und sozialen Medien zu einer geänderten Wahrnehmung der Plastischen Chirurgie führte - insbesondere bei der Gesichtsbearbeitungssoftware. Die Gründe, warum diese Filter oder Softwaremöglichkeiten eingesetzt werden, waren sehr unterschiedlich. Allerdings waren soziale Medien der größte Anteil - insbesondere bei jüngeren Frauen.


https://academic.oup.com/asj/a…5?redirectedFrom=fulltext

Folgen in der Plastischen Chirurgie

Nach einer Umfrage der DGÄPC unter den Fachärzten für Plastische Chirurgie glauben 85,7 Prozent der befragten Fachärzte, dass sich hieraus eine Trend entwickelt. Insbesondere durch die verstärkte Nutzung der sozialen Medien durch die COVID-19-Pandemie dürfte dieser Trend sogar noch verstärkt werden.


Die Folge hiervor ist, dass Fachärzte für Plastische Chirurgie eine neue Art von Verantwortung tragen müssen. Neben der umfangreichen Aufklärung über den geplanten Eingriff müssen auch diese neuen Einflüsse auf die Patienten berücksichtigt werden, da auch auch aus dieser Situation entsprechende Belastungen beim Patienten auftreten können. Eine noch genauere Abwägung zwischen medizinische machbarem und ethisch vertrebaren Behandlungen wird immer wichtiger.

Fazit

Soziale Medien beeinflussen unsere Gesellschaft. Allerdings liegt es auch an uns, wie wir uns beeinflussen lassen. Neben dem verantwortungsbewussten Posten, Liken und Meinungen zu kommunizieren bedarf es aber auch mehr. Das ist eine besondere Herausforderung an viele unterschiedliche Stellen.


Nicht nur die User, auch Anbieter und entsprechende gesetzliche Regelungen müssen an die neuen Strukturen und Anforderungen angepasst werden. Insbesondere die Entwicklungsgeschwindigkeit ist einer der größten Probleme. Frühere technische Veränderungen hatten eine gewisse Zeit, bis sich die gesellschaftlichen Entwicklungen entsprechend angepasst haben (zum Beispiel beim Telefon, Handy, etc.). Heute sind die Zeitabschnitte wesentlich kürzer.


Das einige Anbieter Filter verbieten und die ersten Schritte in der Gesetzgebung unternommen werden ist schön - allerdings noch nicht ausreichend.


Ebenso zeigt sich aber auch die Qualität der Fachärzte für Plastische Chirurgie, wenn sie gewisse Eingriffe auch ablehen. Auch hier müssten Regelungen geschaffen werden, so dass so mancher selbsternannte Schönheitschirurg in die Schranken gewiesen wird, denn Geld ist nicht alles. Jeder Behandler muss sich überlegen, ob er einen Eingriff durchführt und für den Patienten eine langfristige Verbesserung schaffen kann. Einen guten Plastischen Chriurgen erkennt man nicht darin, dass er alles operiert. Vielmehr ist die Ablehnung gewisser Eingriffe ein Qualitätmerkmal, welche sehr wichtig ist.

Über den Autor

Walter Maar
Geschäftsführer Moderne-Wellness.de


Seit 2003 Administrator vom Forum

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