Zahnimplantat vom Facharzt - ein alternativer Zahnersatz

Viele Menschen wünschen sich ihre natürlichen Zähne zurück. Hier kann ein Zahnimplantat eine interessante Alternative sein.

Zahnimplantat

Zahnimplantat (von lateinisch in- „hinein“ und plantare „pflanzen“) sind künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Zirkonoxidkeramik. Sie werden meistens im Kieferknochen eingeschraubt, so dass Zahnkronen aufgenommen werden können oder die Stabilisierung von Prothesen zu ermöglicht wird. 

Zur Zeit gibt es knapp über 200 verschiedene Implantate, die je nach Ausgangsbefund als alternativer Zahnersatz eingesetzt werden können.

Wie lange halten Implantate?

Der Begriff "Haltbarkeit" ist sehr unterschiedlich. Meist wird damit die Liegedauer des Implantates im Knochen bezeichnet. Bei zahnärztlichen Implantaten gibt es an und für sich keinen Gebrauchsverlust, da sie "nur" ein Träger sind. Vielmehr ist die Frage, wie lange die Haltbarkeit im Kiefer ist. Dies ist abhängig von folgenden Faktoren:

1.) Ausgangsbefund je nach Patient

2.) Knochenquantität: Wie viel Knochen ist für die Verankerung da?

3.) Knochenqualität: Jedes Implantatsystem benötigt eine bestimmte Knochenqualität - z. B. ein Extensionsimplantat ist im schwammig-lockeren Knochen des Oberkiefers erfolgreicher als ein Zylinderbolzen

4.) Implantatmaterial

5.) Implantatoberfläche: Ist der Pordendurchmesser falsch, so können sich keine Knochenzellen anlagern

6.) Implantatform: Je nach Indikation werden Blatt-, Nadel-, Schrauben-, Zylinder- und konische Implantate verwendet (abhängig von Knochenangebot, die Knochenqualität und das erstrebte Funktionsziel)

7.) Implantationsplanung: Das Implantat soll möglichst so stehen, dass später eine Zahnkrone optimal positioniert ist. Der Halt einer herausnehmbaren Prothese muss funktionell störungsfrei sein und die Knochenernährung darf nicht beeinträchtig werden

8.) Chirurgisches Vorgehen: Der Erfolg hängt von der Erfahrung, der Ausbildung und der zur Verfügung stehenden Ausrüstung des Operateurs ab

9.) Suprastruktur, der Erfolg hängt von dem ab, was auf das Implantat gesetzt wird: (festsitzende Brücken oder herausnehmbare Zahnprothesen). Bei festen Brücken oder Kronen haben Implantate eine höhere Verweildauer

10) Okklusion: Das Implantat sollte möglichst wie ein Zahn normal belastet und ebenso nicht überbelastet werden

11.) Mundhygiene: Das Zahnimplantat bzw. die aufgesetzten Kronen/Zähne müssen wie ein normaler Zahn gepflegt werden

12.) Nachsorge, regelmäßige Kontrolle (alle 6 Monate) der Mundhygiene und des Implantates durch den Zahnarzt, regelmäßige, individuell abgestimmte professionelle Zahnreinigungen (2-4mal jährlich).

13.) Erfahrung des Operateurs/Implantologen

14.) Der Operateur sollte auch die Zähne (Brücke oder Zahnprothese) auf dem Implantat anfertigen und eingliedern können. Kieferchirurgen haben in einigen Bundesländern keine Erlaubnis, Kronen, Brücken oder Prothesen einzusetzen

Sind Zahnimplantate bei jedem Menschen möglich?

Nein - es gibt Ausschlussgründe. Es wird unter relativen (zeitweise) und absoluten Ausschlussgründen (Kontraindikationen) unterschieden:

Relative Ausschlussgründe für ein Zahnimplantat

  • Stark erhöhte Blutungsneigung (z. B. Einnahme von Markumar)
  • Unbehandelter Karies und Paradontose
  • Psychische Erkrankungen
  • Nicht abgeschlossenes Kieferwachstum
  • Sehr starker Nikotingenuss
  • Mangelnde Mundhygiene
  • Diabetes (nicht eingestellt)

Absolute Ausschlussgründe

  • Schwere Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Schwere Knochenstoffwechselstörungen und Knochenerkrankungen (im Kieferbereich)
  • Leukämie
  • Gerinnungsstörungen
  • Chronische Störungen des Immunsystems
  • Bestrahlte Kieferknochenbereiche (z. B. nach Tumoroperationen)

Wann sollte ein Zahnimplantat gesetzt werden - wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn ein Zahn verloren geht, dann stellt sich die Frage, wie die Lücke geschlossen werden soll. Es gibt zwei Varianten:

1.) Zahn raus - Implantat rein - das Sofortimplantat

Hier wird das Zahnimplantat direkt nach Verlust eines nicht mehr zu erhaltenden Zahnes gesetzt. Die Entfernung des Zahnes und die Implantation wird in einer Sitzung durchgeführt.

2.) Spätimplantat - 1 bis 3 Monate nach Zahnverlust

In der Regel ist 1 bis 3 Monate nach Zahnverlust der optimale Zeitpunkt für das Einbringen des Implantates. Die Entzündungen im Knochen sind meist ausgeheilt und das ehemalige Zahnfach ist durch ein junges und aktives Knochengewebe gefüllt. Dieses ist für die Einheilung des Implantates sehr wichtig. Wird länger als 3 Monate gewartet, so ist es wesentlich zeitaufwendiger und finanziell aufwändiger.

Welchen Vorteile bietet ein Zahnimplantat?

Mit einem Zahnimplantat wird die Grundstruktur der Natur am Besten nachgebildet (Wurzel und Krone). Dadurch kann der Zahnersatz die gleichen Aufgaben erfüllen, wie der eigene Zahn.  Zudem werden die Nachbarzähne mechanisch nicht bearbeitet oder belastet, was einen weiteren Vorteil bringt. Dadurch baut der Kieferknochen nicht so schnell ab.

Die Vorteile von einem Zahnimplantat auf einen Blick:


  • - Fester Halt des Zahnersatzes im Kieferknochen (z. B. fester Biss)
  • Fehlende Zähne werden ganz ersetzt
  • Keine Beschädigung von anderen Zähnen z. B. durch Beschleifen
  • Ästhetischer optimaler Zahnersatz
  • Höhere Hygienefähigkeit (keine Schmutznischen z. B. durch Brückenglieder)
  • Höheres Lebensgefühl durch natürliche Kaufunktion, optimale Ästhetik und Sprachfunktion)
  • keine lästigen Druckstellen und schlechter Halt wie bei konventionellen Prothesen
  • Erhaltung der Kieferknochen durch die Kaukraft

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Zahnimplantat vom Facharzt - die Alternative zur Prothese

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